Die DMEA 2026 hat in diesem Jahr nicht nur mit einem Besucherrekord überzeugt. Für den Verband United Web Solutions wurde in Berlin besonders deutlich: Die digitale Transformation im Gesundheitswesen hat eine neue Reifestufe erreicht. Gleichzeitig markiert die Messe einen Wendepunkt. Mit dem angekündigten Wechsel nach München ab 2027 steht die DMEA selbst für Veränderung. Eine Entwicklung, die im UWS-Verbund ausdrücklich als Chance verstanden wird – sowohl für die Kunden als auch für die gesamte Health-IT-Branche.
Von der Vision zur Umsetzung: Digitalisierung wird konkret
Die DMEA 2026 war geprägt von einer neuen Verbindlichkeit. Statt Visionen dominierten konkrete Lösungen, Anwendungen ebenso wie moderne Architekturen und belastbare Betriebsmodelle. Besonders sichtbar wurde dies beim Thema Künstliche Intelligenz: Sie ist in den Digitalisierungslösungen angekommen und kommt vermehrt auch im klinischen Alltag zum Einsatz. Ob KI-Assistenzsysteme, erste klinische KI-Agenten oder automatisierte Dokumentations- und Kommunikationsprozesse – zentrale Bereiche der digitalen Transformation im Krankenhaus werden aktuell durch KI neugestaltet.
Was dabei besonders auffällt:
👉 Der Fokus verschiebt sich von isolierten Lösungen hin zu integrierten, prozessnahen Anwendungen.
👉 Daten werden zur zentralen Grundlage für echte Versorgungsintelligenz.
👉 Der Anspruch an Reifegrad und Alltagstauglichkeit steigt deutlich.
Daniil Libermann von apenio formuliert es so: „KI entfaltet ihr Potenzial erst mit vernetzten Daten und klaren Prozessen. Mit KI-Agenten und MCP verschiebt sich die Architektur: weg von geschlossenen Systemen hin zur orchestrierten Zusammenarbeit spezialisierter Lösungen.“ Sein Kollege Sebastian Fraas ergänzt: „Das ist kein Zukunftsszenario – es zeichnet sich bereits heute als neuer Standard für effiziente klinische Prozesse ab.“
Interoperabilität und Souveränität als Leitmotiv
Neben KI war ein zweites Thema allgegenwärtig: die konsequente Öffnung von Systemen. ID Information und Dokumentation im Gesundheitswesen GmbH & Co. KGaA beobachtet eine klare Entwicklung hin zu „Best-of-Breed“-Ansätzen. Krankenhäuser fordern zunehmend offene Schnittstellen und durchgängige Datenflüsse.
Sven Hoffmann von ID bringt es auf den Punkt: „Technologie wird dann wirksam, wenn sie nicht mehr auffällt, sondern einfach funktioniert. Mit unseren Partnern von United Web Solutions bauen wir genau diese unsichtbaren, aber leistungsstarken Brücken für ein besseres Gesundheitswesen.“ Auch Dr. Daniel Diekmann ordnet die Diskussion ein und schärft den Blick auf die Grundlage der aktuellen Entwicklungen: „Der Fokus der DMEA lag ganz klar auf der semantischen Interoperabilität und der Datenqualität. Wir beobachten einen massiven Hype um Generative KI – auch auf der DMEA. Aber KI kann nur so gut sein wie die Daten, mit denen sie arbeitet. Ziel muss es sein, die Dokumentation direkt im Workflow so zu qualifizieren, dass strukturierte und auswertbare Daten entstehen – ‚Bessere Daten für ein digitales Gesundheitswesen‘.“
Marktreife: Konkrete Projekte statt abstrakter Diskussionen
Die gestiegene Reife zeigte sich auch in den Gesprächen an den Ständen. epias berichtet von hoher Nachfrage und klar definierten Projekten zum Beispiel dem Aufbau Integrierter Notfallzentren. Feste Termine und konkrete Anwendungsfälle bestimmten das Bild.
Bei DATATREE stand insbesondere die Informationssicherheit im Fokus. Laut Nina Kill hat der Gesprächsbedarf zu diesem Thema deutlich zugenommen: „Informationssicherheit ist ein zentraler Bestandteil der digitalen Transformation. Gleichzeitig zeigt sich, dass neben technologischen Maßnahmen insbesondere organisatorische und menschliche Faktoren entscheidend für ein nachhaltiges Sicherheitsniveau sind.“
Zwischen Innovationsdruck und Versorgungsrealität
Der UWS-Experte für Business Intelligence, Transact, hat neben dem Innovationen der Anbietern die Realität vieler Einrichtungen im Blick: Trotz KI-Dynamik bleiben manuelle Prozesse weiterhin bestehen. Der Austausch mit Kund:innen war intensiver denn je – und deutlich differenzierter. Nadine Hopf beschreibt es treffend: „Das war für uns die beste DMEA von allen! Der Wunsch nach echten Lösungen wächst, während gleichzeitig klar wird, dass KI allein nicht alle Herausforderungen löst. Die Besucher:innen bestätigen uns in unserem UWS-Gedanken des Miteinanders. Die Menschen möchten mit Menschen reden.“
Auch Diamant Software sieht KI als zentralen Hebel, vorausgesetzt, sie wird sinnvoll eingesetzt. Dazu Christin Kamp: „Kunden erwarten Lösungen, die mitdenken, Prozesse vereinfachen und Transparenz schaffen. Gemeinsam mit UWS treiben wir diesen Ansatz konsequent weiter – mit einem klaren Fokus auf Nutzen, Sicherheit und Praxistauglichkeit.“
Transformation des IT-Betriebs ist Voraussetzung für Veränderung
Ein weiterer zentraler Trend der DMEA 2026 zeigte sich hinter vielen Gesprächen zu KI, Interoperabilität und Datenverfügbarkeit: Die digitale Transformation der Versorgung funktioniert langfristig nicht ohne eine Transformation des IT-Betriebs selbst. Mit steigender Komplexität wachsen auch die Anforderungen an Betrieb, Sicherheit und Verfügbarkeit klinischer Systeme. Themen wie Cybersecurity, hochverfügbare Plattformen, performante Datenverarbeitung oder der Betrieb KI-gestützter Anwendungen lassen sich vielerorts nicht mehr mit klassischen IT-Strukturen allein abbilden. Gleichzeitig fehlen in vielen Einrichtungen sowohl die personellen Ressourcen als auch spezialisierte Fachkräfte, um diese Anforderungen dauerhaft eigenständig zu stemmen. Genau deshalb gewinnen moderne Betriebsmodelle und Cloud-Strategien spürbar an Bedeutung. Im Verbund United Web Solutions wurde auf der DMEA deutlich: Cloud ist kein Selbstzweck, sondern eine zentrale Grundlage dafür, Innovationen sicher, skalierbar und wirtschaftlich betreiben zu können. UWS begleitet Einrichtungen genau auf diesem Weg – von der strategischen Einordnung bis zur konkreten Transformation bestehender IT- und Betriebsmodelle.
Veränderung als Chance: Blick nach München
Neben den inhaltlichen Impulsen war auch die strukturelle Veränderung der DMEA ein viel diskutiertes Thema. Der Wechsel von Berlin nach München markiert das Ende einer langen Ära – und gleichzeitig den Beginn eines neuen Kapitels.
Im UWS-Verbund wird dieser Schritt bewusst positiv eingeordnet. Veränderung bedeutet hier vor allem neue Impulse, neue Perspektiven und zusätzliche Dynamik für ein wachsendes Ökosystem.
Die Vorfreude auf die DMEA 2027 ist entsprechend groß. Denn eines hat die DMEA 2026 klar gezeigt: Die Grundlagen sind gelegt. Jetzt geht es darum, sie konsequent weiterzuentwickeln. Wir haben uns ein Stück weit wehmütig von Berlin verabschiedet – und freuen uns gleichzeitig auf das, was in München vor uns liegt.


