Der Fachkräftemangel in der IT ist kein neues Thema. Neu ist jedoch die Geschwindigkeit, mit der die Anforderungen an Krankenhaus-IT wachsen.
Sie muss Informationssicherheit gewährleisten, die NIS2-Richtlinie einhalten, Interoperabilität umsetzen, die ePA anbinden und befüllen, Künstliche Intelligenz integrieren und steigende Verfügbarkeitsanforderungen erfüllen. Das alles und sicher noch viel mehr sorgt dafür, dass IT-Abteilungen heute deutlich mehr leisten müssen als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden.
Damit stellt sich für Krankenhäuser eine grundlegende Frage: Müssen sie künftig tatsächlich alle Aufgaben rund um den IT-Betrieb selbst übernehmen?
Die Anforderungen wachsen – die Ressourcen nicht
Krankenhaus-IT ist längst weit mehr als der Betrieb von Servern und Anwendungen.
IT-Abteilungen müssen heute:
- kritische Systeme rund um die Uhr verfügbar halten
- steigende Anforderungen an Informationssicherheit erfüllen
- Cyberrisiken beherrschen
- neue digitale Anwendungen integrieren
- Daten für Analysen und KI-Anwendungen bereitstellen
- regulatorische Anforderungen umsetzen
- und gleichzeitig Innovationen ermöglichen
Der Druck für Neuerungen, Veränderungen und Aktualisierungen wächst dabei schneller als die verfügbaren Ressourcen. Laut aktuellen Erhebungen fehlen der deutschen Wirtschaft insgesamt mehr als 100.000 IT-Fachkräfte (Quelle: Bitkom Studie 2025: Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte). Krankenhäuser stehen in Punkto IT-Personal in direkter Konkurrenz zu Industrieunternehmen, Banken, Versicherungen und Technologieanbietern, die oft attraktivere Arbeitsbedingungen bieten können.
Die Folge: Viele Krankenhaus-IT-Abteilungen arbeiten bereits heute an ihrer Belastungsgrenze.
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Welche IT-Aufgaben gehören überhaupt noch ins Krankenhaus?
Wenn über Cloud diskutiert wird, entsteht häufig der Eindruck, Krankenhäuser müssten sich zwischen eigenem Betrieb und Cloud entscheiden. Tatsächlich geht es um eine andere Frage, nämlich: Welche Aufgaben müssen und können Krankenhäuser künftig überhaupt noch selbst erledigen?
Müssen Krankenhäuser beispielsweise selbst:
- Hardware beschaffen und betreiben?
- Speicher- und Backup-Infrastrukturen verwalten?
- Sicherheitsupdates und Patches überwachen?
- Hochverfügbarkeitsumgebungen bereitstellen?
- Security-Monitoring rund um die Uhr gewährleisten?
- Container- und Plattformtechnologien betreiben?
Oder gibt es Aufgaben, die spezialisierte Partner effizienter, wirtschaftlicher und sicherer übernehmen können – etwa durch den Betrieb von Anwendungen, Plattformen oder Infrastrukturservices aus der Cloud?
Cloud schafft Freiräume für die Aufgaben, die wirklich zählen
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Verantwortung abzugeben. Krankenhäuser bleiben auch in modernen Cloud- und Service-Modellen für ihre Daten, Prozesse und Sicherheitsanforderungen verantwortlich. Die Frage ist vielmehr, wie sich Verantwortung sinnvoll organisieren lässt.
Denn während die Verantwortung für Daten und Compliance beim Krankenhaus verbleibt, können spezialisierte Betriebs- und Cloud-Partner einen Teil der technischen Sicherheits- und Betriebsaufgaben übernehmen. Dazu gehören beispielsweise der Betrieb hochverfügbarer Infrastrukturen, die kontinuierliche Überwachung von Systemen, das Patch-Management oder die Absicherung von Rechenzentrums- und Netzwerkkomponenten.
Gerade große Cloud- und Betriebsanbieter investieren erhebliche Ressourcen in Sicherheitsmaßnahmen, Zertifizierungen und den Schutz ihrer Infrastruktur. Im Rahmen des sogenannten Shared-Responsibility-Modells übernehmen sie die Sicherheit der von ihnen betriebenen Plattformen, während Krankenhäuser die Verantwortung für ihre Daten, Zugriffsrechte und Anwendungen behalten.
Die Verantwortung bleibt beim Krankenhaus. Gleichzeitig entstehen Freiräume, weil nicht mehr jede technische Betriebsaufgabe selbst übernommen werden muss.
Erstrebenswertes Ziel: Zeit für Digitalisierung statt Infrastruktur
Der größte Vorteil moderner Betriebsmodelle liegt deshalb nicht zwangsläufig in der Technologie selbst. Ihr eigentlicher Nutzen besteht darin, Ressourcen gezielter einsetzen zu können.
Statt immer größere Teile ihrer Zeit in Infrastruktur, Wartung und Betriebsaufgaben zu investieren, können sich IT-Abteilungen stärker auf die Themen konzentrieren, die den größten Mehrwert für das Krankenhaus schaffen:
- Digitalisierung von Prozessen
- Integration neuer Anwendungen
- Datenmanagement und Interoperabilität
- Unterstützung medizinischer Fachbereiche
- Einführung innovativer Lösungen
- Vorbereitung auf KI-gestützte Anwendungen
Cloud und moderne Service-Modelle ersetzen die Krankenhaus-IT nicht. Sie können ihr jedoch dabei helfen, sich auf die Aufgaben zu konzentrieren, die nur sie selbst erfüllen kann.
Moderne Betriebsmodelle schaffen Handlungsspielräume
Hinzu kommt: Immer mehr Hersteller entwickeln neue Lösungen cloudbasiert oder stellen diese ausschließlich als SaaS-Angebot bereit. Die meisten Mitglieder von United Web Solutions gehen diesen Weg.
Damit wird die Frage nach modernen Betriebsmodellen zunehmend zur strategischen Zukunftsfrage. Nicht, weil jedes Krankenhaus in die Cloud wechseln muss. Sondern weil Krankenhäuser künftig entscheiden müssen, welche Aufgaben sie selbst übernehmen wollen, welche Kompetenzen sie intern aufbaut wollen und wo spezialisierte Partner sinnvoll unterstützen können.
United Web Solutions gibt Orientierung
Die Diskussion über Cloud wird häufig sehr grundsätzlich geführt. Zwischen „alles selbst betreiben“ und „alles auslagern“ liegen zahlreiche mögliche Szenarien.
- Krankenhäuser brauchen deshalb vor allem eines: Orientierung.
- Welche Betriebsmodelle passen zur eigenen Strategie?
- Welche Aufgaben sollten intern verbleiben?
- Welche Rolle spielen Cloud- und Service-Modelle?
- Wie lassen sich Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Innovationsfähigkeit sinnvoll miteinander verbinden?
Genau darüber möchte United Web Solutions informieren – praxisnah, differenziert und ohne Schwarz-Weiß-Denken.
Weitere Hintergründe, Perspektiven und Einordnungen finden Sie hier: Möge die Cloud mit Dir sein


